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Einige Gedanken zu Kompressoren

#1 von Bazillus , 03.02.2010 13:32

[b]Kompressor, das Ding was brummt und zischt.
Wenn man mit dem brushen anfängt oder sich einfach einen neuen Kompressor anschaffen will/muss, stellt sich meist die Frage was für einen will oder soll ich nehmen?
Man könnte es sich jetzt leicht machen und sagen nimm den XYZ, der ist super. Nun dieser ist für Brusher A. super aber für Brusher B. glatt ungeeignet.
Was nun?
Betrachten wir es erst einmal von der rein technischen Seite, die Kosten nehmen wir später unter die Lupe.
Was soll so ein Kompressor eigentlich können? Druckluft erzeugen!
Mehr kann auch der beste nicht, alles andere sind Peripheriegeräte die in Zusammenwirken mit einem Kompressor den eigentlichen Drucklufterzeuger ausmachen. Speicher, Automatik An/ Aus, Druckeinstellung, Ablass und Sicherheitsventile, Entwässerungsschrauben, Wartungseinheiten und Verteiler und deren Anschlüsse. Kühler und Gebläse, Griffe und Gehäuse, usw.

Das kann ich mir auch selber bauen! Viele haben sich das sicher schon gedacht und richtig, im Netz flitzen viele Baupläne, Bilder und Bauanleitungen rum. Vorsicht ist geboten und Sachkenntnis gefragt, vom Werkzeug und dem nötigen Material will ich gar nicht sprechen.
Das Thema möchte ich schnell abschließen:
1. Pläne, wer hat diese entworfen und wie sicher sind diese?
2. Material, woher nehmen oder bestellen und was kostet mich das zusammen.
3. Zusammenbauen, bei Rohrteilen hat man meist Zoll, bei mechanischen Teilen meist metrische Größen. Elektrische Baugruppen, Rohre, Muffen, Fittiche usw. können es in sich haben.
4. Werkzeug, manchmal liegt es schon an einem Gewindebohrer den man nicht hat, oder dem Schweißgerät.
5. Versicherungsschutz, wenn die Bude brennt weil es dann doch einen Kabelbrand oder Kurzschluss gab, hat man sicher Freude mit seiner Versicherung.
6. Viel Spaß beim Bau, wer glaubt viel Geld und Nerven zu sparen, bitte.

Aber wir wollen ja Nerven sparen und einen kaufen der auch noch funktioniert. Zuerst muss einem klar sein wofür man diesen Kompi (kürze ich jetzt mal ab) braucht. Nail design, Illustration, Modellbau, Customizing oder Lackierarbeiten. ´Gewisse Bereiche lassen sich sicher zusammenfassen, aber wer Nail Design und Lackierarbeiten in einem Kompi vereinen will hat entweder einen zu kleinen für die einen Arbeiten oder einen zu großen für die anderen Arbeiten. Also bleiben wir mal realistisch, Illustration, Customizing und Modellbau bekomme ich wohl einigermaßen mit einem Kompressor hin. Jetzt wird es theoretisch, die meisten Hersteller von Airbrushpistolen nennen keine Luftverbräuche. Also müssen wir die wenigen nennen die welche angeben, Efbe z.B., C1 drehbar mit einer 0,3mmDüse, Luftverbrauch 15-20L/min bei 2Bar. Oder Jet Stream 1, 0,8mm Düse, Luftverbrauch 90l/min bei 2,8bar.
Bleiben wir bei den beiden.
C1:
20L/Min bei 2bar heißt ja nichts anderes als das der Kompressor bei entsprechender Leistungsabfrage 20 Liter. Druckluft die Minute zu Verfügung stellen muss. Diese Menge schaffen die meisten mittleren Kompressoren der 30er Klasse nicht. Um einen Dauerlauf zu verhindern bei den dem Gerät die Luft ausgeht muss ein Druckspeicher für die Lösung her, Grundregel der Arbeitsverteilung 3:1= 60Min sprühen, 20Min läuft der Kompi. Das wäre ein gutes Leistungsergebnis, bedeutet jedoch wenn wir bei einem 30er Kompi verbleiben das ein Tank von ca. 7,5 Liter Volumen bei 8 Bar Druck bräuchten.
Wie komme ich darauf: Verbr.d.Pistole/min x3 = Tank Minimal Volumen
8 Bar
Welcher Kompi kommt hierfür zum Beispiel in Frage?
Sil Air 30/9, aero-pro / HTC 30A.
Wer mehrere Pistolen gleichzeitig, oder wesentlich größere betreiben möchte sollte auf die 50er Modelle setzen. Die Ausgangsleistung ist etwa doppelt so hoch wie bei den 30ern, die Tanks sind dann meist auch größer.
Sil Air30/9= Eingangsleistung 25ltr/min, Ausgangsleitung 18,5ltr/min.
Sil Air 50/24= Eingangsl. 50Ltr/min, Ausgangsl. 37ltr/min.
Bei anderen Herstellern ist es ähnlich.
Jet Stream 1 HVLP:
Gleiche Überlegung wie oben, gleiche Rechnung, ergibt einen Tank bei 8 Bar von ca. 34 Liter. Bei 10 Bar 27Ltr. Tankvolumen.
Geeignete Kompressoren: Black-Panther P200-50 (ca. 2100€), Sil-Air 150-50 (ca. 1500€). Die meisten werden sich wohl für einen Baumarktkompressor entscheiden.
Egal für welchen Kompressor oder Hersteller man sich entscheidet, nicht nur auf den Preis schauen, was man dafür bekommt ist genauso wichtig. Bevor ich es vergesse, die Ausgangsleistung ist entscheidend nicht die meiste genannte Eingangsleistung.

Zum Schluss will ich noch kurz die Klein bzw. Kleinstkompressoren erwähnen. Wer nur einmal die eigenen Nägel (Nail design) bearbeiten möchte, oder Modellbau in sehr kleinem Maßstab betreibt, kann auch mit folgenden Kompis gut zurechtkommen: Euro-Tech 16A, Euro-Tech 20A, HTC 20, HTC25, Iwata IS925, Sil Air 15D.

Ach ja, die Preise hätte ich fast vergessen. Oft hört man die Frage „Warum ist denn so ein Airbrushkompressor so viel teurer wie einer aus dem Baumarkt? Die sind doch viel Größer da?“
Ja und garantiert um ein vielfaches Lauter, jeder der mal neben einem Baumarktkompressor mit 80-98db gestanden hat weiß um den Höllenlärm eines solchen. Und die Werte sind nur die eines neuen noch vollkommen intakten Gerätes. Wie sieht es denn nach einem Jahr Betrieb und wenig Wartung aus? Besser werden die Werte dann bestimmt nicht sein. Dann noch die Vibrationen die einem Bodenverdichter zu Ehren gereichen könnte. Natürlich kann man mit Schallschutzmatten und dem Aufstellen der Höllenmaschine in Nachbarsgarten die Schallemissionen reduzieren. Zumindest für einen selbst und ja, nicht alle Baumarktkompis müssen schlecht und laut und von minderer Qualität sein. Nur dann bezahlt man das auch und bekommt keinen Baumarktkompi für 150€ und2 Zylindern sowie 50Ltr. Tank.
So und jetzt überlegen wir uns mal wo Airbrush betrieben wird, ja meistens irgendwo im Haus. Manche sprühen im Wohnzimmer oder in der Küche, da will doch niemand ein solches Monster hinstellen. Also doch etwas wirklich Leises mit guter Qualität und angenehmer Bedienung.

Jetzt bin ich abgedriftet, Airbrushkompressoren gibt es zwischen 70 bis unendlichem Geld. Komisch aber war. Realistisch bei den hier genannten 229- 700€, abhängig von der Größe, Leistungsfähigkeit, Geräuschentwicklung , Hersteller.

Abschließend will ich noch sagen dass man ganze Bücher mit allein dem Thema Kompressor füllen kann. Unterscheidungen: Groß/ Kleinkompressoren. Stationär oder mobil, Schrauben-Kolben-Membran Kompressor, mit Dryer oder ohne, Elektr. oder Verbrenner getrieben, Nieder oder Hochdruck usw. und so fort.
Auch habe ich hier Reibungsverluste, Leckagen und sonstig Variablen heraus gelassen. Die Beispiele und die simplen Rechnungen sollen nur etwas verdeutlichend wirken und einen Anhaltspunkt für Laien geben die sonst sehr schnell auf den Preis und das Geschwätz von Forumsgöttern mit zweifelhaftem Wissen hereinfallen könnten. Vor dem Kauf Augen auf, hinterfragen des Preis /Angebotes kann schon oft Rückschlüsse auf die zu erwartende Qualität geben.

Aus dem Kopf gepresst von Bazillus.

www.Sunnys-Airbrushschmiede.com/shop



Tabelle als Info:
Der Schallpegel von Geräuschen wird in der logarithmischen Einheit Dezibel (dB) ange-geben, wobei der Anstieg eines Schallpegels um 3 dB einer Verdoppelung der Lautstär-ke entspricht. Hier einige Beispiele:
• Hörschwelle: 0 dB
• Taschenuhr in 1 m Entfernung: 20 dB
• Flüstern in 1 m Abstand: 30 dB
• Unterhaltung mittlerer Lautstärke 60 dB in 1 m Abstand:
• Lautes Sprechen in 1 m Entfernung: 80 dB
Nach der Arbeitsstättenverordnung beträgt der Grenzwert für den maximal zulässigen Schallpegel an Arbeitsplätzen mit überwiegend geistigen Tätigkeiten 55 dB (A) Die VDI-Richtlinie 2569 empfiehlt für den Hintergrundgeräuschpegel in Büroräumen eine Bandbreite von 35 bis 45 dB (A). In Einzel- und Kleinraum-Büros sollte ein Schallpegel von 35 bis 40 dB (A) nicht überschritten werden. Für Gruppen- und Großraumbüros werden Schallpegelwerte von 50 bis 55 dB (A) empfohlen.

Wer will zuhause schlechter dastehen?

MfG
Bazillus

 
Bazillus
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RE: Einige Gedanken zu Kompressoren

#2 von manne , 04.02.2010 15:23

Hallo !!!
Respekt..!! das ist mal ein sehr Informativer Beitrag, der so einigen Leuten weiter hilft.
Danke für deine Mühe
gruß manne

 
manne
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RE: Einige Gedanken zu Kompressoren

#3 von Danji , 04.02.2010 20:07

Hi Bazillus,
ich schliess mich Manne an, sehr gut auch geschrieben und die Prise Humor gefällt mir sehr gut.
Danke dir!

LG....Danji


Fürchte Dich nicht, langsam zu gehen - fürchte Dich nur stehen zu bleiben!
(Chinesisches Sprichwort)

 
Danji
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RE: Einige Gedanken zu Kompressoren

#4 von Cloun , 04.02.2010 22:43

Moin moin

ein sehr schöner Bericht von Dir und auch ich kann mich nur meinen Vorrednern anschließen.


LG.... Frank

blase nicht das Licht des anderen aus, denn es könnte morgen schon deines sein.

Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum

 
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RE: Einige Gedanken zu Kompressoren

#5 von Bazillus , 05.02.2010 09:36

Danke für die Blumen.
Wollen wir hoffen das ganz schnell ganz viele Leute den Weg hierher finden, um dem Forum richtig viel und gescheites Leben einzuhauchen.
B.

 
Bazillus
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RE: Einige Gedanken zu Kompressoren

#6 von julia ( gelöscht ) , 21.12.2015 09:57

very nice

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